Jeder lernt so, wie er es am besten kann- wir helfen Kindern „es selbst zu tun“…

 

Die GS Hesselnberg ist offene Ganztagsgrundschule, dieses System ermöglicht den Kindern der Schule eine freiwillige Teilnahme an den Lernangeboten der Offenen Ganztagsschule.

An der OGGS Hesselnberg gibt es derzeit 8 Klassen/ Lerngruppen der Jahrgänge 1-4.

Aber an unserer Schule ist die Organisation des Unterrichts etwas anders, als häufig bekannt. Unsere Kinder lernen in den ersten beiden Jahrgängen gemeinsam. Die Kinder in der Lernstufe 1 und 2 lernen und leben gemischt in einer Lerngruppe. Daher haben wir vier Lerngruppen in der Schuleingangsphase.

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(Ein Teil der  Kinder der Eingangsphase erarbeiten sich die Anlaute und Buchstaben, während die anderen Kinder an ihren Materialien arbeiten.)

Die Vorteile dieses Systems liegen auf der Hand. Die Kinder dürfen laut Schulgesetz zum Erwerb der notwendigen Kompetenzen in der Schuleingangsphase 1, 2 oder auch 3 Jahre benötigen. Kinder, die länger Zeit benötigen, aber auch solche, die besonders begabt sind, müssen in unserem Konzept die Lerngruppe niemals vollständig wechseln. Sie werden immer von bekannten Schulkameraden begleitet, wenn sie in das dritte Schuljahr gehen. Auch das System ist den Kindern aus der KiTa bekannt. In jedem Jahr kommen einige Kinder neu in die Gruppe und andere verlassen diese, um das dritte Schuljahr zu absolvieren. In den Klassen 3 und 4 lernen die Kinder dass im Klassenverband und werden auf das System der weiterführenden Schule vorbereitet.

Die Grundschule Hesselnberg ist auch Schule des Gemeinsamen Lernens. In den Klassen und Lerngruppen der Schule lernen Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf gemeinsam. Derzeit lernen 18 Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf an der Schule und solche, die sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf haben, der nicht durch ein Verfahren festgeschrieben wurde. Die Förderschwerpunkte liegen im Emotional-Sozialen-bereich (ES), im Bereich der Lernentwicklung (LE), der geistigen Entwicklung (GE), der Sprachentwicklung (SQ) und im Bereich der Körperlich-Motorischen Entwicklung (KM). Diese Kinder werden im Unterricht neben der Regelschullehrerin durch zwei Sonderpädagoginnen unterstützt und begleitet und erhalten zusätzlich Hilfe zur Teilhabe durch zwei Schulbegleiterinnen. Da die Kinder sich auf alle Lerngruppen und Klassen verteilen, wird jeweils ein Zweig (zwei jahrgangsgemischte Lerngruppen der Eingangsphase, eine Klasse 3 und eine Klasse 4) über den Vormittag partiell durch eine Sonderpädagogin und eine Schulbegleiterin unterstützt.

Auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem halten wir es für wichtig, nicht zu versuchen, Menschen mit Beeinträchtigungen zu integrieren, sondern im Sinne von Inklusion, jeden Menschen so zu sehen, wie er ist und daher allen die Hilfen zukommen zu lassen, die sie benötigen. Dieser Ansatz sieht vor, das alle im System lernenden Kinder individuell betrachtet und jeweils in ihrer Lernentwicklung dort abgeholt werden, wo sie stehen und die Unterstützung an der Stelle erhalten, wo sie benötigt wird, um individuelles Fortschreiten in der persönlichen Lernentwicklung (Weiterentwicklung) zu fördern, dies betrifft sowohl den schulinhaltlichen Bereich (Lehrpläne NRW), als auch die Bereiche Motorik, Wahrnehmung und Emotionalität.

Um dieses Ziel zu erreichen hat die OGGS Hesselnberg zunächst äußere Organisationsformen verändert und hierzu vorhandene Möglichkeiten genutzt. Die Raumstrukturierung wurde verändert, um Fördermöglichkeiten und Rückzugsorte zu schaffen, die Unterrichtsorganisation wurde verändert, um Raum- und Lehrerwechsel zu minimieren, die Tagesstrukturierung wurde verändert, um allen Kindern einen stressfreien Schulalltag zu ermöglichen. Der Stundenplan sieht nun festgelegte Klassenlehrerstunden zu Tagesbeginn vor, die nicht durch ein Stundenklingeln unterbrochen werden. Das Förderprogramm wurde auf die Bereich Motorik und Wahrnehmung, LRS und Dyskalkulie und Begabtenförderung erweitert.

Nach diesen Veränderungen hat sich die OGGS Hesselnberg daran begeben den Unterricht so zu verändern, dass ein individualisiertes Lernen für alle Kinder gleichermaßen möglich wird. Dazu wurde der Unterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik so gestaltet, dass alle Kinder (auch die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf) in ihrem eigen Tempo und nach ihren individuellen Bedürfnissen lernen. Dies bedeutet die Ausrichtung des Unterrichts auf eine offene Arbeitsform, in der der Regelschullehrer als Coach in die Lage versetzt wird, alle Kinder individuell zu begleiten, so dass die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht ausschließlich gesondert durch eine Sonderpädagogin in ihrem Lernprozess begleitet werden und auf die gleiche Weise lernen können, wie alle anderen Kinder der Klasse auch. Auf diese Weise ist die sonderpädagogische Unterstützung für den Regelschullehrer in Form von Beratung, Diagnostik und Förderung für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen vorhanden und die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf erfahren Förderung durch Sonderpädagogen ohne dass sie stigmatisiert werden. Sie werden zu einem Teil der Gruppe.

Diese Form des Lernens wird auf folgende Weise ermöglicht und ausgerichtet auf die genannten Punkte weiter entwickelt:

  1. Es existieren einheitliche, von einem Lehrwerk unabhängige Jahrespläne, die den individuellen Lernfortschritt des Kindes verdeutlichen können (Lehrer und Eltern) für Regelschüler und zieldifferent beschulte Kinder. (Schulinterne Curricula auch in den Bereichen LE, GE)
  2. Es existieren Formen der Visualisierung, die dem Kind den individuellen Lernfortschritt verdeutlichen. (> alle Kinder- differenziert auch für die Materialien der zieldifferent beschulten Kinder)
  3. Es gibt festgelegte und abgesprochene Arbeitsmaterialien, die unterschiedliche Zugänge (visuell, haptisch, auditiv) zu einem Themenbereich ermöglichen. (Materialienergänzung für zieldifferent beschulte Kinder)
  4. Die Materialien sind für die Kinder nachvollziehbar und selbstständig nutzbar (Selbstkontrollmöglichkeit- alle Kinder)
  5. Die Materialien sind übersichtlich angeordnet und die Kinder kennen sich im Raum aus (finden die Materialien, die sie suchen- alle Kinder).
  6. Es gibt erarbeitete Arbeitspläne, die die Kinder in der vorgegebenen Reihenfolge bearbeiten für die Fächer Deutsch und Mathematik. (> auch für zieldifferent beschulte Kinder)
  7. Es gibt festgelegte „Teste dich selbst“-Bögen vor jeder LZK. LZK sind abgesprochen und werden dann geschrieben, wenn die Bearbeitung des thematischen Teilabschnittes durch das Kind abgeschlossen ist.
  8. Es gibt ein zum Anspruch des individuellen Lernens passendes Leistungskonzept. (Regelkinder/ zielgleich beschulte Kinder des GL- zieldifferent beschulte Kinder erhalten einen Lernentwicklungsbericht)

In allen Klassen und Gruppen der Schule wird möglichst individualisiert gearbeitet. Das entdeckende und eigenverantwortliche Lernen steht im Vordergrund unseres unterrichtlichen Handelns. Fortlaufend arbeiten wir daran die Organisation unseres Unterrichts zu individualisieren. Unsere Kinder werden individuell betreut und lernen in ihrem eigenen Lerntempo.

 

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Dazu stellen wir den Kindern unterschiedliche sehr handlungsorientierte Materialien zur Verfügung. die Organisation unserer Klassenräume ist so, dass die Kinder sich im Raum selbst zurecht finden und eigenverantwortlich und selbstständig ihre eigenen Arbeitsmaterialien holen und wieder weg bringen. Die Materialien sichern eine Selbstkontrollmöglichkeit, so dass die Kinder sich selbst kontrollieren lernen, eigene Fehler überdenken und auf diese Weise in ihrem Lernprozess voran schreiten. In ihren Teilarbeitsplänen halten die Kinder fest, woran sie gearbeitet haben.

Natürlich werden die Lernfortschritte der Kinder regelmäßig überprüft. Dazu erhält das Kind einen Selbsttest, den es vor der Lernzielkontrolle ausführen kann, um sich selbst einzuschätzen. Die Lehrkraft stellt jedem Kind individuell Übungsmaterialien zur Verfügung, wenn noch Defizite im „Vortest“ festgestellt werden. Jedes Kind schreibt seine Überprüfung zu dem Zeitpunkt, zu dem es die Inhalte erarbeitet und verinnerlicht hat.

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Bei der Vermittlung von Inhalten achten wir darauf, dass die unterschiedlichen Kanäle der Kinder angesprochen werden.

Daher sieht man häufig viel Bewegung im Unterricht. Die Kinder arbeiten an unterschiedlichen Orten im Klassenraum und wählen sich ihre Arbeitspartner überwiegend frei aus.

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Die Kinder lernen sehr früh an Teilarbeitsplänen zu arbeiten, mit denen sie ihr Arbeit selbstständig einteilen. So kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo arbeiten. Zusätzlich ist es auf diese Weise möglich auch inhaltlich die Aufgaben an die Bedürfnisse der einzelnen Kinder anzupassen. Durch die Möglichkeit der Selbstkontrolle lernen die Kinder Arbeitsergebnisse zu prüfen und falsche Ergebnisse eigenständig zu überdenken und zu korrigieren.

Auf diese Weise entsteht Zeit für individuelle Förderung, in der sich die Lehrkraft um einzelne Kinder kümmern kann, Lerninhalte in der Kleingruppe wiederholen oder auch weiterführende Themen vorzeitig einführen kann.

Arbeiten mit dem Mathe-Rad- (Klett)

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-das passende Deutsch-Rad haben wir selbst entwickelt

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Mit Hilfe der Räder können die Kinder ihre Lernfortschritte selbst genau verfolgen und sehen, welche Aufgaben auf sie zukommen.

In der Erweiterung unserer Unterrichtsorganisation hin zum „Individuellen lernen mit System“ haben wir inzwischen viele Dinge im Unterricht verändert, die nach und nach weiter entwickelt und ausgebaut werden.

So erhalten die Kinder  in ihren Portfolios einen Jahresarbeitsplan. Sie malen jeweils die Teile des Planes an, die sie bereits bearbeitet haben. Auf diese Weise können Eltern und Kinder gut erkennen, wie der Lernstand des Kindes in Bezug auf seine Lernstufe ist. In der Schuleingangsphase können die Kinder für die ersten beiden Lernstufen ein, zwei oder drei Jahre benötigen ohne die Gruppe zu wechseln.

Die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf erhalten durch die Sonderpädagoginnen erstellte Teilarbeitspläne- derzeit sind die zieldifferenten Jahresarbeitspläne in Arbeit. Auf diese Weise lernen alle Kinder auf die gleiche Weise und jedes nach seinen Möglichkeiten.

Hier sehen Sie die „bunten“ Jahresarbeitspläne der OGGS Hesselnberg für die Fächer Deutsch und Mathematik für die zielgleich unterrichteten Kinder. Anhand dieser Pläne planen die Lehrerinnen und Lehrer die Unterrichts- und Übungsmaterialien für die Kinder ihrer Klassen und Lerngruppen in Teams und mit gemeinsamen Absprachen:

Mathe-Pläne:

AM1 AM2 AM3 AM4

Deutsch-Pläne:

APDeutsch1 APDeutsch2 APDeutsch3 APDeutsch4

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Im  Sachunterricht beschäftigen die Kinder sich mit Themen aus dem gesellschaftswissenschaftlichen- und aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. Auch hier ist es wichtig, dass das Lernen im direkten Erfahren der einzelnenn Themen erfolgt, welches dann durch den Wissensdurst der Kinder in Form Wissensaneignung erweitert wird.

Stationenlauf zu den Sinnen:

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Wir besuchen regelmäßig außerschulische Lernorte, um den Kindern das Erleben der Lerninhalte zu ermöglichen. Wie den Bauernhof, das Bayer-Lab, die Stadtbücherei…

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